Ausbildungsplatz finden ist wie Kaffeemaschine kaufen – nur krasser!
Veröffentlicht am 9. September 2025

Stell dir vor, du brauchst eine neue Kaffeemaschine. Bevor du in den Elektronikfachmarkt gehst, um sie zu kaufen oder im Webshop auf den Button klickst, hast du einen hohen Informationsbedarf:
- Welche Maße hat die Kaffeemaschine und passt sie in die Nische in meiner Küche?
- Lässt sie sich gut reinigen?
- Gibt es gegebenenfalls Ersatzteile?
- Was kostet die Maschine?
- Was kann sie überhaupt und trifft das meine Wünsche?
- Kann ich sie vielleicht einmal ausprobieren und gibt es eine Geld-zurück-Garantie, falls es nicht passt?
Klare Sache, du gehst online und besorgst dir die Informationen. Je zügiger, die du sie findest, desto besser. Du machst dir ein Bild von der Maschine und triffst eine Vorentscheidung, ob sie passend wäre. Mit all deinem Vorwissen und vielleicht noch ein paar letzten Fragen gehst du dann in den Fachmarkt oder auf den Onlinehändler zu – oder kaufst sie direkt.
Machen wir uns klar: es geht um eine Kaffeemaschine. Selbst wenn es eine teure Siebträgermaschine wäre, ist das Budget immer noch überschaubar, im Vergleich zu…
Jetzt stell dir vor: du bist 15 Jahre alt und sollst die Entscheidung deines Lebens treffen
In welchem Beruf möchtest du einsteigen? Wo möchtest du deine Ausbildung machen? Diese Fragen sind Lebensfragen, weichenstellend! Ist es dann nicht selbstverständlich, dass dein 15-jähriges ich viele Fragen hat?
- Welche Aufgaben und Tätigkeiten erwarten mich in der Ausbildung?
- Passt der Beruf überhaupt zu mir?
- In welches Team komme ich und wer leitet mich an? (Mit wem verbringe ich also die meiste Zeit des Tages?)
- Was verdiene ich in der Ausbildung? Und was ist mein Verdienst als Fachkraft nach der Ausbildung? Ich will echte Eurobeträge sehen, nicht „tarifgerecht“ oder „fair“. Damit kann ich nämlich überhaupt nichts anfangen.
- Ist der Job zukunftsfähig und habe ich die Möglichkeit, nach der Ausbildung übernommen zu werden?
- Und wie ist der Ablauf des Bewerbungsverfahren?
Ja, es ist genauso wie mit der Kaffeemaschine: Dein 15-jähriges Ich möchte die Antworten kennen, BEVOR die Bewerbung geschrieben und gesendet wird, BEVOR Du eine vor Entscheidung triffst, ob dieser Job, dieses Unternehmen überhaupt zu dir passt.
Springen wir ins Hier und Jetzt:
Was hindert Unternehmen daran, diesem Informationsbedürfnis gerecht zu werden?
Was hindert sie daran, konkrete Tätigkeiten und Ausbildungsinhalte, die Ausbildungsvergütung, die Chancen nach der Ausbildung, den Ablauf des Bewerbungsverfahrens, Bilder von Ansprechpersonen sowie eine kurze Ansprache der Ausbilder:innen auf die Webseite zu stellen oder Social Media Posts daraus zu kreieren?
Die oben beschriebenen Informationswünsche stammen übrigens aus der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft mit dem Titel „ Was macht die duale Ausbildung attraktiv? Wünsche von jungen Menschen und Angeboten von Unternehmen im Vergleich.“
Diese Erkenntnisse sind nicht neu
Seit Jahren wünschen sich junge Menschen, Informationen zur Ausbildungsvergütung und zu den Chancen nach der Ausbildung, zu konkreten Tätigkeiten während der Ausbildung. Doch immer noch klafft eine große Lücke zwischen den Informationswünschen der jungen Menschen einerseits und den Informationen, die die Unternehmen bereitstellen andererseits.
Ein Selbst-Check kann helfen
An welcher Stelle finden die jungen Menschen die gewünschten Informationen bei uns? Haben wir eine übersichtliche und informative Webseite? Gibt es Social Media Post dazu? Steht die Vergütung in unseren Stellenanzeigen direkt mit dabei? Prangt der Slogan „ Übernahme bei guten Leistungen garantiert“ auf dem Rollup bei der Schülermesse?
Ich bin der Meinung, dass Unternehmen mit geringem Aufwand eine große Verbesserung herbeiführen können.
Die exakten Studienergebnisse gibt es hier: https://www.iwkoeln.de/studien/franziska-arndt-regina-flake-philip-herzer-dirk-werner-was-macht-die-duale-ausbildung-attraktiv-wuensche-von-jungen-menschen-und-angebote-von-unternehmen-im-vergleich.html
