Preboarding – Warum die Zeit vor dem Start entscheidend ist und wie sie gestaltet werden kann
Veröffentlicht am 26. Januar 2026

Der Vertrag ist unterschrieben, der Starttermin steht fest – und doch liegt zwischen Zusage und erstem Arbeitstag oft eine Phase, die wenig Aufmerksamkeit bekommt.
Dabei entscheidet sich genau hier, wie gut Menschen ankommen, wie sicher sie sich fühlen und wie stabil ihre Entscheidung für einen neuen Arbeitsplatz ist.
Diese Phase wird Preboarding genannt.
Zwischen Zusage und Start: eine sensible Übergangsphase
Ob Auszubildende oder erfahrene Fachkräfte:
Die Zeit zwischen Vertragsabschluss und dem tatsächlichen Start ist geprägt von Erwartungen, Fragen – und manchmal auch Unsicherheiten.
Typische Gedanken in dieser Phase sind:
- Was erwartet mich wirklich?
- Passe ich dort hinein?
- Habe ich die richtige Entscheidung getroffen?
Gerade wenn der Start noch Wochen oder Monate entfernt ist, entsteht Raum für Zweifel – oder für andere Angebote.
Preboarding macht deutlich: Diese Zeit ist keine Wartezeit, sondern eine aktive Gestaltungsphase.
Preboarding heißt: Beziehung aufbauen, bevor der Alltag beginnt
Gut gestaltetes Preboarding verfolgt drei zentrale Ziele:
- Sicherheit aufbauen. Offene Fragen klären, Orientierung geben, Erwartungen transparent machen.
- Beziehung stärken. Eine persönliche Verbindung herstellen – noch bevor die Zusammenarbeit im Alltag beginnt.
- Entscheidung festigen. Bindung aufbauen und das Ankommen emotional unterstützen.
Je klarer und persönlicher diese Phase gestaltet ist, desto stabiler gelingt der Start – unabhängig von Rolle oder Erfahrungsstand.
Kontakt halten – bewusst und dosiert
Die Dauer der Preboarding-Phase variiert stark: von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern die Qualität des Kontakts.
Mögliche Maßnahmen im Preboarding:
- eine feste Ansprechperson für Fragen
- persönliche Willkommenssignale (z. B. kurze Nachricht, Postkarte, Video)
- Einladung zu internen Veranstaltungen oder informellen Treffen
- frühzeitiger Kontakt mit Kolleg:innen oder dem Team
- transparente Informationen zum ersten Arbeitstag
Diese Signale zeigen: Du bist nicht nur eingeplant – wir freuen uns auf dich.
Orientierung geben: Struktur schafft Vertrauen
Neben Beziehung braucht Preboarding auch Klarheit. Menschen fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, was auf sie zukommt.
Hilfreich sind zum Beispiel:
- Informationen zum ersten Arbeitstag
- ein grober Überblick über die ersten Wochen
- klare Ansprechpartner:innen
- eine einfache Checkliste: Was ist vor dem Start wichtig?
Struktur reduziert Unsicherheit – ohne zu überfordern.
Organisatorisches frühzeitig klären
Parallel zum Beziehungsaufbau sollten organisatorische Themen rechtzeitig erledigt werden, etwa:
- Zugänge zu IT-Systemen
- Arbeitsmittel oder Arbeitskleidung
- organisatorische Unterlagen
- relevante interne Informationen
Ein gut vorbereiteter Start signalisiert Professionalität und Wertschätzung.
Preboarding weiterentwickeln
Nach Abschluss der Preboarding-Phase lohnt sich ein kurzer Rückblick. Holen Sie Feedback von neueingestellten Personen ein. Nutzen Sie diese Rückmeldungen, um Abläufe, Inhalte und Kontaktpunkte kontinuierlich zu verbessern. So wird Preboarding mit jedem Mal wirksamer.
Fazit
Preboarding ist kein zusätzlicher Aufwand, sondern eine Investition in gelingende Zusammenarbeit.
Wer Übergänge bewusst gestaltet, schafft Vertrauen, Orientierung und eine stabile Grundlage für langfristige Bindung.
